Erfolg im Maschinenbau und Anlagenbau

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Jul 26
Maschinenbau und Anlagenbau

Ist der Maschinenbau und Anlagenbau bärenstark?

Im Vergleich zu verschiedenen europäischen Industrien (Frankreich, Großbritannien, Italien) und zur amerikanischen Industrie ist die deutsche Industrie in vielen Bereichen aus Sicht der traditionell starken Branchen sehr erfolgreich. Beispielsweise gilt das generell für die Automobilindustrie oder dem Maschinenbau und Anlagenbau.

Allerdings muss auch hier sehr wohl differenziert werden zwischen den jeweiligen Fachbereichen. Denn in der Automatisierung und Robotik ist Deutschland bärenstark, während es in anderen Branchen wie z.B. der Textilmaschinenindustrie seit Jahren weniger rosig aussieht.

Wirft man den Blick in die Elektronik- und Softwareindustrie, zeigt sich wiederum ein völlig anderes Bild.

Wie hat sich der Maschinen- und Anlagenbau in den letzten Jahren entwickelt?

Über die Zeit der letzten 20 Jahre gesehen und gemessen an den Weltmarktanteilen, zeigen jüngste Veröffentlichungen ein differenzierteres Bild (FAZ, Bild am Sonntag, Prognos-Studie).

Maschinenbau und Anlagenbau

Legt man die Entwicklung der Weltmarktanteile der letzten 20 Jahre – also 1996 bis 2016 - zu Grunde, sieht die Entwicklung in Deutschland im Vergleich zu vielen angestammten westlichen Industrien wie Frankreich, Großbritannien, USA immer noch sehr gut aus.

Obwohl in dieser Zeit wichtige Schwellenländer und insbesondere China ein enormes Wachstum hingelegt haben, hielten sich lt. Prognos-Institut die Rückgänge bei den Markteinteilen in Grenzen.

Aus FAZ „Die deutsche Industrie ist bärenstark“ 19.06.2016.

„Die Rückgänge sind nicht so stark wie zum Beispiel die von den USA, Frankreich oder Großbritannien“, erläuterte Prognos-Chefökonom Michael Böhmer. Demnach beträgt der durchschnittliche Weltmarktanteil der deutschen Industrie 10,6 Prozent; im Jahr 1995 waren es noch 13 Prozent gewesen.

Führende Branche ist dem Blatt zufolge die Autoindustrie, die auf 20 Prozent kommt. Knapp dahinter folgt der Luft- und Raumfahrtsektor mit 19,9 (der Vergleichswert aus dem Jahr 1995 lautet 11,5) Prozent. Zu den Verlierern zählen der Maschinenbau mit 15,8 (1995: 19,2) Prozent und die Eisen- und Stahlbranche mit 8,4 (1995: 14) Prozent.

Hiernach scheint sich der Weltmarktanteil in der Automobilindustrie fast verdoppelt zu haben, wohingegen sich der Weltmarktanteil im Maschinen- und Anlagenbau um knapp 20 % verringert hat von 19,2 % um 3,4 auf 15,8 %.

„Es kann sein, dass die fetten Jahre im Maschinenbau vorbei sind“, sagte Böhmer und verwies auf weniger werdende Investitionen in den Schwellenländern - im Falle Chinas liegt das zum Beispiel daran, dass das Land in den vergangenen Jahrzehnten einen gewaltigen Kapitalstock aufgebaut hat und nun die Wirtschaft transformiert hin zu mehr Konsum und Dienstleistungen.

Und schließlich: Die Branchen Schiffbau, Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräte sowie Rundfunk- und Nachrichtentechnik erreichen dem Bericht nach nur noch Weltmarktanteile von weniger als fünf Prozent.

Was setzen erfolgreiche Maschinenbauer um?

Wenn wir in unsere Kundschaft hineinblicken, stellen wir fest, dass viele unserer Kunden in der Vergangenheit erfolgreich ihre Marktanteile ausbauen konnten.

Zusammenfassend, vereinfacht und stark verdichtet lässt sich feststellen: Wenn Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sich in

  • Produkten (Innovation, Baukästen und Plattformen) und
  • Prozessen (Konfiguration und weltweite Wertschöpfung)

systematisch auf kundenspezifische Vielfalt ausgerichtet haben, konnten sie in den letzten Jahren überwiegend Marktanteile gewinnen. Dies lässt sich bei vergleichbaren Unternehmen in verschiedensten Branchen bei ähnlicher Ausgangslage eindeutig feststellen.

Belege hierfür haben wir im Maschinenbau und Anlagenbau in der Antriebstechnik, Fluidtechnik, Pumpen, Fördertechnik, Werkzeugmaschinen, Verpackungs- und Nahrungsmittelmaschinen, Automatisierungstechnik, Abfülltechnik, Pharma- und Medizintechnik, Energietechnik, Fahrzeugbau, Elektrotechnik etc.

Hingegen haben diejenigen Unternehmen, die sich allein auf einen Kostenwettbewerb eingelassen haben, sei es mittels harter Standardisierung und/oder Wertschöpfungsverlagerung, eher Marktanteile an preisaggressive asiatische Wettbewerber verloren.

Daher sollten auch Sie überprüfen, wie sich mit den Ansätzen der Modularisierung, Standardisierung und Produktkonfiguration, sowohl Innovation als auch Flexibilität, Kostenoptimierung und Wertschöpfungsverlagerung wunderbar kombinieren lassen.

Die unten aufgeführten Artikel bieten hierzu einen guten Einstieg.